KI-Einführung erfordert kein klassisches IT-Projekt, sondern kontinuierliches Training

Lange Zeit war die Einführung neuer Technologie vor allem eines: ein Projekt. Es wurde geplant, beauftragt, umgesetzt – und mit dem Go-Live war die Sache weitgehend erledigt. Man sprach von Anforderungen, Schnittstellen und Integrationen. Das Ziel war, etwas Technisches bereitzustellen, das funktioniert.

Artificial Experts verändern nicht nur Prozesse – sie verändern, wie wir über Arbeit denken

Mit Artificial Experts wird ein Paradigmenwechsel vollzogen. Denn Artificial Experts sind weit mehr als installierte Systeme oder bedienbare Tools. Sie sind virtuelle Mitarbeitende, die ganze Aufgabengebiete im Unternehmen ausfüllen. Jeder Experte verfügt über eine eigene Identität, ein stabiles Langzeitgedächtnis und die Fähigkeit, den Kontext seines Handelns zu verstehen.

Er kommuniziert über alle gängigen Kanäle und – das ist der entscheidende Punkt – ist darauf ausgelegt, sich kontinuierlich weiterzuentwickeln und dazuzulernen. Dieses Potenzial erfordert einen neuen Ansatz: Unternehmen führen Artificial Experts nicht einfach nur ein – sie bilden sie aus.

Was früher ein Software-Rollout war, ist heute der Beginn einer echten Zusammenarbeit. Wie bei einem neuen Teammitglied geht es bei Artificial Experts um aktives Onboarding, fundierte Schulung und kontinuierliche Weiterentwicklung.

Während der klassische Projekt-Ansatz Automatisierung liefert, schöpfen wir erst durch die Haltung eines Ausbilders das volle Potenzial virtueller Experten aus. Denn Artificial Experts sind nicht fertig, wenn sie starten – sie fangen gerade erst an zu lernen.

Die lernende Organisation: Mensch und KI als Ausbildungsteam

Diese Entwicklung verändert die Logik von Grund auf. Während klassische IT-Systeme nach ihrer Einführung vor allem stabil laufen sollen, entfaltet sich das volle Potenzial eines Artificial Experts erst durch die tägliche Arbeit im Unternehmen.

Die zentrale Frage lautet nicht mehr: „Was soll die KI tun?“, sondern: „Was muss sie lernen, um eine wertvolle Rolle in unserem Team zu übernehmen?“ Diese Verschiebung von statischem Customizing hin zu dynamischer Kompetenzentwicklung ist essenziell.

Fachabteilungen rücken dadurch in eine neue Rolle: Sie werden zu Ausbildern und Mentoren ihrer virtuellen Kollegen. Sie gestalten Onboarding, Weiterbildung und geben kontinuierlich Feedback.

Unterstützt werden sie dabei zunehmend von virtuellen Fachtrainern – Artificial Experts, die andere Artificial Experts ausbilden. So entsteht ein skalierbarer, systematischer und hochwirksamer Ausbildungsprozess.

Partnerschaft statt Automatisierung

Die Wirkung von Artificial Experts entsteht nicht durch Features oder Schnittstellen, sondern durch gezieltes Training. Ihre Leistungsfähigkeit ist das direkte Ergebnis ihrer Ausbildung.

Wer Artificial Experts wie ein Projekt behandelt, gewinnt Effizienz. Wer sie als Mitarbeitende ausbildet, gewinnt Kolleginnen und Kollegen, die Verantwortung übernehmen, mitdenken und gemeinsam mit dem Team wachsen.